Der alltägliche Wahnsinn vor der Grundschule

Zu schnell, Vorfahrt genommen, rückwärts durch die Einbahnstraße, auf dem Zebrastreifen angehalten. Nur vier von unzähligen Verkehrsverstößen jeden Tag rund um die Grundschule auf der Au. Kennen die Autofahrer die Regeln nicht oder verstehen sie den Sinn dahinter nicht? Ich habe meine Tochter und ihren besten Freund einmal auf ihrem Schulweg begleitet und dabei Erschreckendes festgestellt.

Montagmorgen 7.45Uhr auf dem Weg zur Schule. Autos fahren mit hohem Tempo rückwärts durch Einbahnstraßen, halten auf dem Zebrastreifen und mittendrin hält ein Bus und viele kleine Schulanfänger steigen aus. Ganz normaler Wahnsinn an der Grundschule auf der Au in Idstein. 

An diesem einen Tag habe ich sowohl morgens vor der Schule, als auch mittags danach so viele Situationen beobachtet, bei denen nur aus purem Glück keine Kinder verletzt wurden. Und das für mich wirklich schlimme daran: Es sind doch alles Eltern, die so agieren. Haben wir keine Zeit mehr unsere Kinder in Ruhe und ohne Hektik zur Schule zu bringen? Müssen wir bis direkt vor die Schule fahren und dort auf dem Zebrastreifen unsere Kinder rauslassen? Kann man nicht eine Straße weiter entfernt parken, anstatt eine Einbahnstraße verkehrt herum zu befahren? Hierbei kann man nur an die Vernunft der Eltern appellieren. In diversen Internetforen werden die Rufe nach Kontrollen immer lauter. Aber geht denn alles nur mit Strafen? Ich habe eine Mutter mal gezielt angesprochen und hatte das Gefühl, dass ihr die Gefahr ihres Handelns überhaupt nicht bewusst war. Am nächsten Elternabend werde ich das Thema auch noch einmal ansprechen. 

Auf dem Foto sieht man eine Stelle an der regelmäßig die Vorfahrt der von links kommenden Fahrzeuge missachtet wird. Hierzu gibt es klare Regelungen:

"StraßenverkehrsOrdnung (StVO)§ 10 Einfahren und Anfahren

Wer aus einem Grundstück, aus einer Fußgängerzone (Zeichen 242.1 und 242.2), aus einem verkehrsberuhigten Bereich (Zeichen 325.1 und 325.2) auf die Straße oder von anderen Straßenteilen oder über einen abgesenkten Bordstein hinweg auf die Fahrbahn einfahren oder vom Fahrbahnrand anfahren will, hat sich dabei so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls muss man sich einweisen lassen. (...)"

An dieser Stelle macht das ja auch durchaus Sinn. Erstens werden die Autofahrer abgebremst und zweitens können die Busse ungehindert zu ihrer Bushaltestelle fahren.

Nun hoffe ich, dass nicht erst etwas passieren muss bevor die Autofahrer vernünftiger werden.

Eure Jenny